Aufruf zur Demonstration!

Das Bündnis „SparUni Bonn – Spart sich deine Bildung!“ ruft für den 22. Juni 2015, dem Geburtstag Wilhelm von Humboldts, unter dem Motto „Wissenschaft braucht Perspektive!“, zur Demonstration gegen die Unterfinanzierung der Hochschulen auf, von der die Geowissenschaften massiv betroffen sind. GeStEIN unterstützt den Aufruf und ruft alle Studierenden und Geowissenschaftler zur Teilnahme an dieser Demonstration auf!

Die Demonstration startet um 11 Uhr am Poppelsdorfer Schloss in Bonn und zieht zum Hauptgebäude der Universität. Sie endet mit einer Kundgebung auf dem Münsterplatz.

Anlass der Demonstration ist eine erneute Kürzungsrunde an der Universität Bonn, der eine zweistellige Zahl von Professuren zum Opfer fällt. Allein in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät wurden acht Lehrstühle eingespart. Zwei davon entfallen auf die Geowissenschaften. Die “Angewandten Geophysik” fiel bereits im letzten Jahr weg. Unmittelbar vor Beginn des Sommersemesters wurde bekanntgegeben, dass auch die “Allgemeine Geologie” nicht mehr besetzt wird. Auswirkungen dieser Einsparungen machen sich direkt bemerkbar. Damit fällt nicht nur die Professur als solche weg, sondern auch die dazugehörigen wissenschaftlichen Mitarbeiter. Daher können ganze Module, Exkursionen und Labore nicht mehr besetzt werden. Der Modulplan musste innerhalb kürzester Zeit umstrukturiert werden, damit der geowissenschaftliche Studiengang aufrecht erhalten werden kann. Studierende und Angestellte wurden von diesen Änderungen völlig überrumpelt.
Doch dies ist nur der Anfang einer Sparwelle, die in näherer Zukunft noch weitere Kürzungen mit sich bringen wird und ganz offensichtlich die Einstellung von Studiengängen zum Ziel hat. Besonders gefährdet sind die durch Labor- und Geländearbeit besonders teuren Geowissenschaften. Die Aggressivität ist dabei unübersehbar. Bereits zu Beginn werden für die grundständige Lehre unverzichtbare Lehrstühle gestrichen. In Bonn wird damit ein besonders in der Paläontologie weltweit anerkanntes Institut zerstört.
Doch auch an anderen Universitäten können Sparmaßnahmen beobachtet werden. So ist das einzige geowissenschaftliche Institut Sachsen-Anhalts an der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg unmittelbar von der Schließung bedroht und alle anderen Standorte mit Kürzungen konfrontiert. Die weitere Entwicklung muss daher kritisch und lautstark verfolgt werden.
Die Demonstration richtet sich daher an alle, die ein Zeichen dafür setzen wollen, dass Wissenschaft nur unter angemessenen Finanzierungsbedingungen möglich ist. Oder wie es Albert Einstein ausgedrückt hat: „Was nichts kostet, ist nichts wert.“ Gute Forschung und Lehre sind es wert – Hochschulen müssen dementsprechend auch finanziell ausgestattet werden.

Bild_Demo(Erstellt auf Grundlage der Pressemitteilung vom 19.05.2015 des Bündnisses „SparUni Bonn“, Bildmaterial: SparUni Bonn)