Bundesfachschaftentagung Darmstadt Sommer 2015

Nach 7 Jahren fand zum zweiten Mal die Bundesfachschaftentagung der Geowissenschaften im Institut für Angewandte Geowissenschaften (IAG) an der TU Darmstadt statt. Über 70 Studierende von insgesamt 22 Universitäten aus Deutschland und Österreich trafen sich vom 03. – 07. Juni, um sich über fach- und studienspezifische Themen auszutauschen.
Das große Wiedersehen und Kennenlernen fand bereits am Mittwoch Abend bei schönstem Wetter auf der Oberförsterwiese im Darmstädter Forst statt und wurde von leckerem Grillgut aus dem Smoker sowie Getränken und Musik begleitet. Die kommenden Tage sahen ein abwechslungsreiches Programm vor. Neben Exkursionen zur regionalen Geologie und den traditionellen Geoloympix, gab es drei Arbeitsphasen mit 8 verschiedenen Workshops, in denen sich die Studierenden der unterschiedlichen Hochschulen zu verschiedenen Themen austauschen konnten und auch konkrete Ergebnisse ausgearbeitet wurden.
Es vergeht eine gefühlte halbe Ewigkeit von der einen zur nächsten BuFaTa, weshalb es vor allem zu Beginn allerlei Neuigkeiten zu erzählen gibt. Erfahrungsgemäß nimmt dies sehr viel Zeit in Anspruch, sodass das „Projekt Domian“ gestartet wurde, in Anlehnung an die WDR Ratgeberradiosendung mit Jürgen Domian. Der Austausch über Probleme und Neuigkeiten steht hier im Fokus. Insbesonders junge Fachschaftler und Fachschaftlerinnen waren im Workshop „Gremienarbeit“ angesprochen, der mit dem Schwerpunkt auf Berufungskommissionen über die eigenen Rechte aufklären sollte. Im zweiten Teil des Workshops wurde eine Gremiensitzung nachgespielt und anschließend analysiert. Institute und Fakultäten bieten für Studienanfänger diverse Informationsveranstaltungen an. In dem Workshop „Studieneingangsinformationen“ wurde dazu eine Bestandsaufnahme gemacht. So können sich die Fachschaften Ideen und Anregungen für künftige Orientierungs- und Informationsveranstaltungen holen.
Der Boykott des CHE-Rankings war schon in den vergangenen Jahren ein großes Thema auf den Bundesfachschaftentagungen. Zusammen mit der Gastrednerin Frau Berghoff, die im Centrum für Hochschulentwicklung bei den Studierendenbefragungen eine zentrale Rolle einnimmt, wurde in Bezug auf Datenerhebung, Auswertung und Publikation eine kritische Diskussion geführt. Das Plenum hat sich im Endeffekt zwar weiterhin für den Boykott ausgesprochen, der Kontakt mit dem CHE soll aber bestehen bleiben, um Anregungen für Verbesserungen zu sammeln.
Konkreter wurde es im Workshop „BuFaTa-Knigge“, in dem eine Plenarsordnung ausgearbeitet wurde, um Probleme, die zwangsläufig in großen Plenen auftreten, in Zukunft zu vermeiden. Mit dem „Lex Barbarae“ soll die Heilige Barbara noch vielen weiteren Bundesfachschaftentagungen Stolz und Freude bringen. Darüber hinaus wurde der in Aachen begonnene Workshop „Brauchtumspflege“ aufgegriffen, um die neu gedichteten Strophen des Steigerliedes nochmals zu überarbeiten.
Die geowissenschaftliche Verbandsgemeinschaft ist groß und hält für die Studierenden unterschiedliche mehr oder minder attraktive Angebote bereit. Die „Attraktivität von Geoverbänden“ wurde daher im gleichnamigen Workshop analysiert, sowie Maßnahmen erarbeitet, wie sich diese steigern lässt. Gemeinsam mit den großen geowissenschaftlichen Verbänden soll eine Image-Kampagne geplant werden. Auf Grundlage der gesammelten Ideen im Workshop „Geokampagne“ wurde eine Stellungnahme an die Verbände ausgearbeitet. Die inhaltliche Gliederung richtet sich grob nach den Themen „momentaner Stand/Problemfelder“, Ziel und Maßnahmen.
Neben den sehr produktiven Arbeitsphasen hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit auf verschiedenen Exkursionen die Geologie um Darmstadt kennenzulernen. Bei sommerlichen Temperaturen wurde im Odenwald auf den Melibokus gewandert, die Grube Messel besucht und auf dem Strandpfad der Sinne in Eckelsheim oligozänes Küsten-Feeling erlebt. Auf dem Exkursionsplan standen außerdem ein Besuch im Geothermiekraftwerk in Insheim mit anschließendem Blick in die Reservoirformation im Steinbruch Waldhambach und der Aufstieg auf den Rotenfels bei Bad Kreuznach. Das Wetter an diesem ersten Juniwochende war grandios und bedeutete für einige den ersten Sonnenbrand für dieses Jahr. Allerlei Abkühlungsmöglichkeiten wurden daher gerne wahrgenommen (Hochschulbad, Planschbecken) und von problembehafteter Kleidung abgesehen.
In dem Fachvortrag „Quartär – quo vadis“ von Frank Preusser konnten sich die Studierenden davon überzeugen, dass das Quartär ein außerordentlich interessanter und für das Verständnis der dynamischen Prozesse auf der Erde wichtiger Zeitabschnitt ist und keineswegs nur als „Dreck, der oben drauf liegt“ bezeichnet werden kann. Ulrich Burbaum berichtete über „Ingenieurgeologische Schadensfälle“ und zeigte anhand vielerei Beispiele welche Schäden durch fehlerhafte Planungen auftreten können. Im Vortrag von Rouwen Lehné ging es um die Verknüpfung der wissenschaftlichen Interessen von Landesämtern und Hochschulen am Beispiel des nördlichen Oberrheingrabens. Ein immer wieder gerne gesehener Gast ist die Arbeitsgruppe „H.uM.B.uG“ aus Göttingen, vertreten durch Felix „Elmo“ Hüttenrauch, welche sich mit der Evolution des Technikums beschäftigt und die neuesten Forschungserergebnisse präsentierte.
Das wichtigste Ereignis auf dieser BuFaTa ist die Gründung von GeStEIN als Verein. Im Vorfeld wurde vom Vorstand eine Satzung ausgearbeitet und die Gründungsversammlung vorbereitet. Diese fand am Samstag, dem 06.06.2015 im IAG statt und wurde mit großem Interesse von den Studierenden besucht. Durch die gewollte Präsenz in der geowissenschaftlichen Verbandsgemeinschaft war die Gründung des Vereins der nächste wichtige Schritt. Die Unterstützung der Studierenden bei der Organisation und Durchführung von Bundesfachschaftentagungen ist und bleibt die Hauptaufgabe des Vereins. Darüber hinaus sehen wir GeStEIN e.V. als deutschsprachige Vertretung und stehen für die Interessen der Studierenden der Geowissenschaften an über 30 Universitätsstandorten ein.
Zuletzt sei erwähnt, dass sich aus den eigenen Reihen eine besorgniserregende Gruppe mit terroristischen Vorhaben abspaltete. Die Mitglieder des sog. „Bierstaates“ trieben ihre Machtspielchen mit der Darmstädter Fachschaft und drängten sie zu inhumanen Praktiken wie dem Verzehr eines Kuchen aus 3 Dosen Schattenmorellen und 2 Bechern Sahne, währenddessen ein Klagelied zu diesem kuriosen Schauspiel gesungen werden musste. Andernfalls hätten wir die heilige Babsi wohl nie mehr wieder gesehen.

Danke an alle, die da waren, die geholfen haben, die gekocht haben, die geschnippelt haben, die gefeiert haben, die aufgeräumt haben, die geputzt haben! Es war eine tolle BuFaTa!

Melanie Werner

(Fachschaft Angewandte Geowissenschaften Darmstadt)